Projekte: Überblick

Die Friedrich Ebert Stiftung ist seit 1984 mit einem Projektbüro in Maputo vertreten. Erste Arbeitsschwerpunkte bestanden in der Begleitung der von der FRELIMO-Regierung eingeleiteten wirtschaftlichen Modernisierung und des vorsichtigen politischen Öffnungsprozesses durch gezielte Beratungs- und Seminarmaßnahmen. 

Ende der 80er Jahre begann die Regierung mit einer umfassenden Reform des politischen Systems, die neben der Überarbeitung der Verfassung und Schaffung pluralistischer Strukturen eine Aufwertung der Rolle des Parlaments eröffnete. Die FES unterstützte diesen Reformprozess durch zahlreiche Aktivitäten zu Themen der Verfassungsreform, der Schaffung neuer rechtsstaatlicher Strukturen und dem Aufbau einer marktwirtschaftlichen Ordnung. 

Nach dem Ende des Bürgerkrieges und dem Abschluss der Verträge von Rom konzentrierte sich die FES-Arbeit auf Maßnahmen zur Gestaltung des Übergangsprozesses zwischen Friedensschluss und den ersten Mehrparteienwahlen. Für die Durchführung von Civic- und Voter-Education-Programmen erhielt die FES Sondermittel vom Auswärtigen Amt und der Europäischen Union. 

Begleitend wurde die zuvor aufgenommene Gewerkschaftskooperation fortgeführt und in Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen neue Themen wie Frauenförderung und Umweltpolitik bearbeitet.

Zur Konsolidierung des Demokratisierungsprozesses bestand über die Wahlen 1994 hinaus großer Bedarf an Verständigungs- und Versöhnungsmaßnahmen auf den unterschiedlichen politischen Ebenen. 
Die FES leistete hierzu durch ein umfangreiches Maßnahmenpaket wichtige Beiträge. So wurden in Gesprächskreisen und Forumsveranstaltungen für Parteien, Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und anderen gesellschaftlichen Akteuren die Akzeptanz und die Fähigkeit zur Umsetzung demokratischer Verfahrensweisen gefördert. Gleichzeitig wurde die Funktionsfähigkeit wichtiger politischer Institutionen – Parlament, Parlamentsfraktionen und –ausschüsse, politische Parteien - durch gezielte Beratungs- und Förderprogramme gestärkt.

In der Gewerkschaftskooperation stand die institutionelle Stärkung der OTM-CS sowie die Unterstützung ihrer regionalen und internationalen Mitarbeit im Mittelpunkt. Aufgegriffen wurden hierzu relevante Themen im Bereich der SADC-Staaten, z.B. Wanderarbeit, Freihandelszonen oder multinationale Unternehmen. Mit der Gründung des zweiten Gewerkschaftsdachverbandes CONSILMO 1991 wurde zur Sicherung der Interessenvertretung der Arbeitnehmer von der FES der Aufbau eines gewerkschaftlich konzertierten Forums unterstützt. Die Zusammenarbeit mit den Frauenkomitees der Dachverbände hat seit 1997 kontinuierlich an Bedeutung gewonnen: Gemeinsame Aktivitäten zielen neben der Fortbildung der Gewerkschafterinnen vor allem auf die Entwicklung einer Genderpolitik innerhalb der Dachverbände und Einzelgewerkschaften ab. 

Nach den Kommunalwahlen 1998, in deren Vorfeld die FES umfangreiche Programme zur Wählerinformation durchgeführt hat, konzentrierte sich die Stiftungsarbeit im Themenbereich Dezentralisierung auf die Analyse der Erfahrungen und Probleme in der kommunalen Selbstverwaltung und der lokalen Wirtschaftsentwicklung.

Seit Ende der 90er Jahr liegt der Akzent der Projektarbeit auf der Konsolidierung des demokratischen Systems, nachdem es zuvor vor allem um die Festigung des Friedens- und gesellschaftlichen Aussöhnungsprozesses zwischen den beiden ehemaligen Bürgerkriegsparteien, den Aufbau demokratischer Institutionen und die Etablierung einer marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung ging. Ausgangspunkt für diese Schwerpunktverlagerung war dabei die Überlegung und Feststellung, dass Mosambik, trotz aller demokratischen Fortschritte, noch weit entfernt ist von einem Zustand, in dem Demokratie von allen politischen Kräften als „the only game in town“ akzeptiert wird, in dem demokratische Werte und Normen institutionalisiert und internalisiert sind und rechtsstaatliche Prinzipien in allen gesellschaftlichen Sphären gelten.


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